Latte Art Milch

Tipp: Vier Alternativen zu Kuhmilch

Der klassische Cappuccino besteht aus einem einfachen Espresso und cremig aufgeschäumter Milch. Üblicherweise verwendet man Kuhmilch – doch viele Menschen greifen aus den unterschiedlichsten Gründen lieber zu veganen Alternativen. Ich habe mir vier Produkte näher angesehen und sie auf Geschmack und ihre „Cappuccinotauglichkeit“ getestet: Kokosmilch, Hafermilch, Sojamilch (jeweils von Alpro) und Mandel-Reis-Milch (von Joya).

 

Kokosmilch

Kalt getrunken, schmeckt Kokosmilch vergleichsweise intensiv nach Kokos und relativ süß. Ein Blick auf die Nährwertangaben verrät: das Getränk enthält nur 0,1 Gramm Eiweiß auf 100 Millilitern – nicht gerade ideal für unseren Test. Es gilt nämlich die Faustregel: Je höher der Proteingehalt, desto einfacher das Schäumen und desto stabiler und cremiger der Schaum. Das Resultat ist wie befürchtet ausbaufähig: Es bilden sich grobe Bläschen in der Milch und der Schaum beginnt bereits im Kännchen, in sich zusammenzufallen. Als Cappuccino getrunken, kommt wieder der Kokos-Geschmack der Milch durch, begleitet von leichten bitteren Noten. Vom Kaffee selbst ist kaum mehr etwas zu schmecken.

 

Mein Fazit: Kokosmilch ist zwar kalorienarm, eignet sich aber nur bedingt als Milch-Ersatz im Cappuccino. Der Kaffee wird durch ihren recht intensiven Geschmack zugedeckt. Ich persönlich bevorzuge deswegen eher neutralere Milchersatz-Varianten.

 

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Hafermilch

Hafermilch schmeckt kalt leicht getreidig mit einem Hauch von Vanille, aber insgesamt neutraler als Kokosmilch. Der Proteingehalt ist mit 0,3 Gramm auf 100 Millilitern eine Spur höher, doch das merkt man beim Schäumen kaum. Wie schon bei der Kokosmilch entstehen größere Bläschen und der Schaum fällt recht bald wieder in sich zusammen. Geschmacklich verhält sich die Hafermilch im Cappuccino etwas neutraler, schmeckt aber etwas süßer als herkömmliche Kuhmilch.

 

Mein Fazit: Das Schäumverhalten der Hafermilch ähnelt dem der Kokosmilch. Geschmacklich ist sie für den Cappuccino aber eher geeignet!

 

Mandel-Reis-Milch

Mandel-Reis-Milch enthält mit 0,6 Gramm mehr Eiweiß als die zuvor getesteten Produkte, ist aber geschmacklich wieder auf der intensiven Seite. Kalt und im Glas getrunken, schmeckt sie nach Marzipan und auffällig süß. Beim Schäumen macht sie zunächst einen guten Eindruck, doch auch hier entstehen nach kurzer Zeit die schon bekannten groben Bläschen, und auch die Stabilität des Schaums lässt wieder zu wünschen übrig. In der Tasse deckt sie den Kaffeegeschmack vollends zu, stattdessen treten die Marzipan-Noten noch stärker hervor.

 

Mein Fazit: Wenn man Marzipan mag, ist Mandel-Reis-Milch absolut empfehlenswert – so lange man sie nicht in einen Cappuccino gibt! Der Kaffeegeschmack verschwindet nämlich vollständig. Für mich keine Alternative!

Milch

Sojamilch

Sojamilch ist neben Kuhmilch wohl die gebräuchlichste Variante, um Cappuccino zuzubereiten. Sie hat mit stolzen 3 Gramm auf 100 Millilitern einen hohen Proteingehalt, was das Schäumen erheblich erleichtert. Tatsächlich ist das Resultat feinporig, cremig und vergleichsweise stabil und damit am ehesten mit herkömmlicher Kuhmilch zu vergleichen. Die Vanille-Aromen, die man kalt noch schmeckt, verschwinden im Cappuccino fast zur Gänze. Es bleibt eine leichte süßliche Note, die perfekt mit dem Kaffee harmoniert. Wow!

 

Mein Fazit: Sojamilch ist als Kuhmilch-Ersatz am besten geeignet. Sie lässt sich gut schäumen und untermalt den Kaffee im Cappuccino mit ihrem leicht süßlichen Geschmack. Eins A!

 

 

Manche Hersteller produzieren übrigens Milch-Alternativen, die mit Proteinen angereichert wurden und deswegen einfacher zum Schäumen sind. Oatly Foamable sei an dieser Stelle genannt und natürlich auch der Soya Drink for Professionals von Alpro. Die werde ich bei Gelegenheit auch für euch testen!

 

Alles Liebe,

 

Barbie

 

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Barbara “Barbie” Bauer ist Barista bei J. Hornig. Wenn Sie gerade mal nicht Kaffee zubereitet oder Latte-Art übt, zieht sie zuhause ihre eigenen Kaffeesträucher groß. In unserem Blog gibt sie regelmäßig Tipps, wie man auch zuhause das Beste aus den Bohnen herausholen kann.