Coffee-Gadgets im Test: Shot oder Schrott?
Das Internet ist voll mit Kaffee-Gadgets und Hacks, die angeblich alles einfacher, schneller oder besser machen. Aber halten sie auch wirklich, was sie versprechen?
Wir haben uns durch Social Media und die Tiefen des Internets geklickt und sind dabei auf einige vielversprechende – und teilweise ziemlich absurde – Fundstücke gestoßen.
Ob Cold Brew für zuhause, Latte Art ohne Dampflanze oder ein To-go-Becher mit eingebauter Eiswürfelform: Wir haben die Gadgets und Hacks getestet, damit ihr es nicht tun müsst. Die Frage lautet also: Shot oder Schrott?
Cold-Brew-Beutel: Cold Brew zu Hause machen
Dass Cold Brew richtig gut schmecken kann, wissen wir schon lange. Und dass Kaffeetschi lecker ist, sowieso. Aber Cold Brew lässt sich auch einfach zu Hause zubereiten.
Genau das verspricht der Cold-Brew-Beutel. Das Prinzip ist simpel: Kaffee einfüllen, kaltes Wasser dazugeben und ab damit in den Kühlschrank.
Für einen Liter Cold Brew brauchst du:
• 1 Liter kaltes Wasser
• 100 g grob gemahlenen Kaffee, zum Beispiel unseren Cerrado Filter
• einen Cold-Brew-Beutel
• ein ausreichend großes Gefäß
Der grob gemahlene Kaffee wird in den Cold-Brew-Beutel gefüllt und anschließend in ein ausreichend großes Gefäß gelegt. Danach kommt kaltes Wasser im Verhältnis von 1:10 dazu. Das Ganze darf nun für etwa 16 bis 20 Stunden im Kühlschrank ziehen.
Nach der Ziehzeit wird der Beutel vorsichtig entfernt – und schon ist der Cold Brew fertig. Im Kühlschrank aufbewahrt, solltest du ihn innerhalb von drei Tagen genießen.
Unser Fazit
Cold-Brew-Beutel sind eine praktische Alternative zu klassischen Cold-Brew-Pitchern. Die Zubereitung macht Spaß und lässt viel Raum zum Ausprobieren: Du kannst mit der Kaffeemenge experimentieren, unterschiedliche Sorten testen oder Früchte und andere Zutaten hinzugeben.
Ganz so komfortabel wie ein Pitcher ist der Beutel allerdings nicht. Beim Herausnehmen kann es etwas kleckern und je nach Mahlgrad können feine Kaffeepartikel im Getränk zurückbleiben.
Unser Tipp: Drücke den Beutel nicht aus, sondern hebe ihn vorsichtig aus dem Gefäß. Falls dein Cold Brew danach noch etwas trüb ist, kannst du ihn zusätzlich durch ein herkömmliches Kaffeefilterpapier laufen lassen.
Bewertung: 4 von 5 Espresso-Shots
Latte Art mit der French Press: Funktioniert der Social-Media-Hack?
Latte Art ohne Dampflanze? Klingt erst einmal nach Wunschdenken. Auf Social Media haben wir allerdings immer wieder gesehen, dass cremiger Milchschaum auch mit einer French Press funktionieren soll. Also haben wir den Hack getestet.
Zuerst wird die Milch erwärmt. Sie sollte warm, aber nicht kochend heiß sein. Bei uns kam sie dafür ungefähr eine Minute in die Mikrowelle.
Anschließend füllst du die French Press maximal bis zur Hälfte mit der warmen Milch. Jetzt wird gepumpt: Bewege den Stempel zunächst drei- bis viermal vollständig von oben nach unten. So kommt Luft in die Milch.
Danach folgen für etwa 30 bis 40 Sekunden viele schnelle, kurze Pumpbewegungen im mittleren bis unteren Bereich der Milch. Dadurch werden größere Luftblasen zerkleinert und der Schaum wird deutlich feiner.
Zum Schluss den Stempel herausnehmen, die French Press vorsichtig auf die Arbeitsfläche klopfen und die Milch kurz schwenken. Danach kannst du sie direkt für deine Latte Art verwenden.
Unser Fazit
Wir müssen zugeben: Der Hack funktioniert erstaunlich gut. Die Zubereitung ist unkompliziert, dauert nur wenige Minuten und braucht nicht besonders viel Übung.
Natürlich ersetzt die French Press keine professionelle Dampflanze. Für zuhause ist sie aber eine richtig gute Alternative – vor allem dann, wenn du ohne Dampflanze nicht auf Latte Art verzichten möchtest.
Bewertung: 5 von 5 Espresso-Shots
To-go-Becher mit integrierter Eiswürfelform: genial oder komplett absurd?
Wir geben es zu: Dieses Gadget haben wir hauptsächlich getestet, weil es so absurd klingt. Eine Eiswürfelform in einem To-go-Becher? Das mussten wir ausprobieren.
Das Prinzip: Die integrierte Form wird mit Wasser gefüllt und über Nacht eingefroren. Am nächsten Morgen wird der Becher zusammengesetzt und mit Kaffee und Milch befüllt. Die Eiswürfel sind damit direkt im Becher integriert.
In unserem Test haben wir daraus einen Iced Latte gemacht. Und tatsächlich: Das Gadget hält grundsätzlich, was es verspricht. Der Becher war dicht und der Kaffee blieb kalt.
Unser Fazit
Die Idee ist lustig, in der Praxis konnte uns der Becher aber nicht wirklich überzeugen. Er ist recht unhandlich, optisch kein Highlight und durch die integrierte Form komplizierter als ein normaler To-go-Becher.
Da bleiben wir lieber bei einem handlichen, isolierten Thermobecher und klassischen Eiswürfeln.
Bewertung: 2 von 5 Espresso-Shots
Espresso-Kühlkugeln: mehr als nur fancy Eiswürfel?
Bei Espresso-Kühlkugeln liegt der Gedanke nahe, dass sie einen Kaffee für Iced Coffee möglichst schnell kalt machen sollen. Genau dafür sind sie aber nicht gedacht.
Statt einen ganzen Drink herunterzukühlen, kommt die gefrorene Kugel direkt beim Brühen zum Einsatz: Der frisch gebrühte Espresso läuft über die Kugel und wird dabei unmittelbar abgekühlt. Diese Methode wird vor allem im Specialty-Coffee-Bereich verwendet, um mit der Temperatur und dem Geschmacksprofil verschiedener Kaffees zu experimentieren.
Besonders bei helleren Röstungen können dadurch einzelne Geschmacksnoten anders zur Geltung kommen.
Unser Fazit
Wer sich intensiv mit Spezialitätenkaffee beschäftigt, verschiedene Röstungen vergleicht und gerne mit der Zubereitung experimentiert, kann mit den Kühlkugeln spannende Ergebnisse erzielen. Für diesen Einsatzzweck bekommen sie von uns die volle Punktzahl.
Für einen klassischen Iced Latte oder den schnellen Kaffee im Alltag braucht man sie allerdings nicht unbedingt.
Bewertung für Specialty Coffee: 5 von 5 Espresso-Shots
Bewertung für den alltäglichen Iced Latte: 2 von 5 Espresso-Shots
Shot oder Schrott?
Nicht jedes Coffee-Gadget braucht einen Fixplatz in der Kaffeeküche. Der French-Press-Hack und der Cold-Brew-Beutel haben uns überzeugt. Die Espresso-Kühlkugeln sind vor allem für alle spannend, die gerne mit Specialty Coffee experimentieren. Auf den To-go-Becher mit Eiswürfelform können wir dagegen gut verzichten.