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Drei Café-Tipps für Genf

Genf ist vor allem für Diplomatie, Luxusuhren und den Jet d’Eau bekannt. Doch wer sich etwas Zeit für die Stadt nimmt, merkt schnell, dass sie mehr ist als diese bekannten Bilder. Zwischen See und Rhône ist Genf zugleich international und entspannt, überschaubar und überraschend vielseitig. Wer hier mit einem Kaffee in der Hand am Wasser sitzt, versteht schnell, warum die Stadt so einen eigenen Reiz hat.

Ich war im Juni anlässlich des World of Coffee 2025 in Genf – dem größten Specialty-Coffee-Event Europas, das in diesem Jahr erstmals in der Schweiz stattfand. Denn die Stadt hat in Sachen Kaffee deutlich mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Geprägt von Baristas und Röster:innen, die für ein internationales Publikum, von UN-Mitarbeitenden bis hin zu Bankangestellten, neue Ansprüche an Kaffee etablierten. Was daraus entstanden ist, verbindet Schweizer Präzision mit internationalen Einflüssen.

Natürlich habe ich die Gelegenheit genutzt und einige der spannendsten Cafés der Stadt ausprobiert.
Hier drei Empfehlungen:

MAME – das Specialty Café in Genf

Wer in der internationalen Specialty-Szene unterwegs ist, kennt MAME. Wer es noch nicht kennt – hier ist der Grund, warum sich ein Abstecher nach Genf allein dafür lohnt.

Gegründet 2016 von Emi Fukahori und Mathieu Theis, zwei der bekanntesten Gesichter der Wettkampf-Kaffeewelt. Emi gewann 2018 den World Brewers Cup. Dieses Niveau zieht sich durch alles: die Röstung, die Zubereitung, den Service. Nichts ist hier dem Zufall überlassen – aber es fühlt sich trotzdem nie steril an. Eher wie: jemand weiß genau, was er tut, und hat dabei noch Spaß daran.

In Genf gibt es zwei Standorte. Und mit KURO MAME in Tokio hat das Konzept zuletzt eine ganz neue Dimension bekommen – ein Omakase-Café ohne feste Karte, bei dem der Kaffee im Gespräch zwischen Barista und Gast ausgewählt wird. Genf, Zürich, Tokio – MAME ist längst mehr als ein lokaler Geheimtipp.

Mein Tipp:
Ich hatte eine leckere Limetten-Tarte und einen richtig guten Filterkaffee.

2 Bilder: Links ist das Cafè von außen zu sehen, rechts die Theke von innen.

Adresse: Bd James-Fazy 8 und Rue des Voisins 8, Genf

Utopia Coffee – der Brunchspot, der es in sich hat

Bei Utopia Coffee geht es nicht nur um guten Kaffee, sondern um ein stimmiges Gesamtbild. Mittlerweile gibt es mehrere Standorte in Genf, geröstet wird in Gland zwischen Genf und Lausanne, und auch die Backwaren kommen aus der eigenen Küche.

Besonders bekannt ist Utopia für Frühstück und Brunch. Auf der Karte stehen Klassiker wie Pancakes, French Toast oder Eggs Benedict. Vor allem der Standort in Eaux-Vives bleibt in Erinnerung: Der begrünte Innenhof ist überraschend ruhig und genau der richtige Ort, um nach einem langen Tag kurz runterzukommen.

Mein Tipp: Der Cold Brew war fruchtig und leicht – klare Empfehlung.

2 Bilder: Links ist die Theke von Utopia zu sehen, auf dem rechten Bild sind die Backwaren zu sehen.

Adressen: Rue de Saint-Jean 58 und Rue des Eaux-Vives 8, Genf

Café Calico – der letzte Kaffee vor der Abreise

Auf Café Calico bin ich eher zufällig gestoßen – kurz vor der Heimreise und nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Ich bin spontan noch reingegangen, und positiv überrascht. Das Café wurde frisch renoviert und ist minimalistisch, klar und angenehm gestaltet. Vor dem Eingang gibt es eine kleine Terrasse.

Mein Cappuccino war richtig gut und ein gelungener letzter Kaffee vor der Abreise.
Mein Tipp: Ideal als letzter Stop vor dem Zug – der Bahnhof ist zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar.

2 Bilder: Links ist das Cafè von innen zu sehen, rechts das Cafè von außen.

Adresse: Rue Rousseau 15, Genf

Genf – der Coffeetrip, der sich lohnt

Genf überrascht mit einer Kaffeeszene, die deutlich mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Sie ist gewachsen, hat ein hohes Niveau und verbindet internationale Einflüsse mit Schweizer Präzision. Von Weltklasse-Kaffee bei MAME über entspannten Brunch bei Utopia bis zum Cappuccino kurz vor der Abreise bei Café Calico zeigt sich, wie vielseitig Specialty Coffee in Genf inzwischen ist.

Dazu kommt ein weiterer Pluspunkt: Die Wege in Genf sind kurz. Viele Cafés lassen sich problemlos an einem Tag zu Fuß verbinden – mit Blick auf den See, einem Spaziergang durch die Stadt und genug Gelegenheiten für kleine Pausen unterwegs. Wer also das nächste Mal in der Schweiz ist, sollte Genf nicht nur als Zwischenstopp sehen, sondern ruhig ein paar Stunden mehr einplanen. Es lohnt sich – auch für guten Kaffee.

Alles Liebe,
Hannes

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Hannes Andexer
Dank der Ausbildung an einer Hotelfachschule hat Hannes bereits früh die Leidenschaft für Kaffee entdeckt. Während seiner Matura begann 2007 die Karriere als Barista in diversen Grazer Coffeeshops, wo Hannes auch weiterhin als Geschichte-Student Milch geschäumt und Siebträger eingespannt hat. Aus einem Nebenjob wurde eine Leidenschaft, der er heute Vollzeit nachgeht.