Foodstyling: Darauf kommt's an

Foodstyling: Darauf kommt’s an

Du hast es sicher auch schon getan: Den nahezu perfekten Salat, ein wenig garniert mit Pesto und einem Basilikum-Blatt, mit knackigem und buntem Gemüse oder den Kaffee Latte mit wunderschöner Milchschaumkrone ins rechte Licht gerückt – das Smartphone zur Hand abgeknipst und auf Facebook oder Instagram gepostet?

 

Ob Pizza oder Pasta, Schnitzel oder Striezel, Spinat oder Salat, Frappé oder Kaffee: Immer mehr Menschen stellen von Fotos von ihren selbst gekochten Gerichten, selbst gebackenen Kuchen oder selbst bestellten Speisen auf soziale Netzwerke. Frei nach dem Motto: „Zeigt her eure Teller“.

 

Der Food-Trend ist auf Instagram, Pinterest und Co nicht mehr wegzudenken. Auch bei unserer Rezept-Challenge geht es darum, köstliche Speisen mit Kaffee ins rechte Licht zu rücken. Wie das am besten funktioniert? Wir haben beim renommierten Foodstyling-Experten Sasa Asanovic nachgefragt.

Foodsytlist Saša Asanović Foodsytlist Sasa Asanovic (foodstyle.at) gibt Tipps für das perfekte Food-Foto.

 

Sasa, warum ist „Foodografieren“ und Foodstyling eigentlich gerade so im Trend?

 

Das Kochen und das Essen sind in unserer Wohlstandsgesellschaft zur Kunstform mutiert, obwohl es ein angeborener Urinstinkt ist. Das bedeutet, dass fast jeder Mensch – auch in den unterschiedlichen Kulturkreisen – diese Bilder verstehen, riechen und schmecken kann. Und jeder Mensch kann sich in die Küche stellen, sein eigenes Kunstwerk schaffen, welches er der ganzen Welt zeigen kann. Sich mit Kochen und Essen zu beschäftigen ist in unseren Breiten zu einer Lebenseinstellung geworden. Durch die Industrialisierung der Lebensmittelherstellung hat sich in den letzten 20 Jahren auch der Wunsch verbreitet, wieder „echtes“ Essen zu genießen.

 

Welche Tipps kannst du unseren Hobby-Foodstylisten geben?

 

1. Der Blick durch die Linse

 

Beim Stylen von Speisen ist es wichtig, sie öfters nur mit einem Auge zu betrachten, weil wir bei der herkömmlichen Fotografie eine Dimension verlieren. Überleg dir vorweg genau, welche Eigenschaften deine Speise haben muss, um den Betrachter so rasch wie möglich zu überzeugen.

 

2. Perspektivenwechsel?

 

Bei der Perspektive sind keine Grenzen gesetzt. Fotografiere von oben, unten, von vorne, von links oder von rechts: „Ausprobieren“ lautet hier die Devise. Alles, was dem Salat, der Zucchini, dem Kaffee gut tut, ist erlaubt.

 

3. Licht

 

Achte besonders darauf, dass du gute Lichtverhältnisse hast, wenn du deinen Teller fotografierst. Nur dann wirkt deine Speise auch für deine Follower und Liker appetitlich.

 

4. Kleine Zaubertricks kann man lernen!

 

Meine Aufgabe als Foodstylist ist es, den besten Moment einer Speise, eines Getränkes, eines Produkts herauszuarbeiten, herzustellen und so lange wie möglich aufrecht zu erhalten! Klarer Weise entwickelt jeder Stylist seine eigenen Zaubertricks, vom Eiweiß über das nicht essbare synthetische Eis bis zum perfekten Greenbooster. Diese Methoden und Rezepturen werden jedoch, so wie bei den Magiern, nicht verraten. Allerdings kann man Foodstyling erlernen. Wir bieten die ersten Foodstyling-Workshops für Profis in Mitteleuropa an. Infos gibt es hier: www.foodstyle.at und im Video:

5. Weniger ist mehr!

 

Beim Foodstyling zählt Minimalismus. Lieber an einem Teller Produkte nachplatzieren als einen unübersichtlichen Haufen ausmisten!

 

6. Den Goldenen Schnitt beachten

 

Positionierst du dein Hauptmotiv zu zentral, wirkt das oft statisch und langweilig. Beachte den Goldenen Schnitt – so werden deine Bilder spannender!

 

7. Knackig und knusprig

 

Beim Foodographieren ist es wichtig, dass das Gemüse möglichst knackig aussieht. Das heißt, die Produkte lieber etwas kürzer garen, als sie zu überkochen.

 

8. Der Hero

 

Such dir einen Hero aus, den du in den Fokus stellst und für den du das Licht perfekt ausrichtest. Zum Beispiel eine Tomate im Salat. Das Foto wird dann richtig gut aussehen.

 

9. Perfektes Kaffee-Set

 

Kaffee zu stylen ist eine schwierige Sache. Da haben wir im Profibereich sehr viele Hilfsmittel. Für den Hobbyfotografen gilt hier: Das Set perfekt vorbereiten und so schnell wie möglich abdrücken!

 

10. Der Notfallplan

 

Für den Notfall ein paar alte Teller, rostiges Besteck und Holzboden mit Patina am Set einbauen und schon finden alle das Bild „awesome“.

 

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Du kochst gern mit Kaffee? Dann hast du jetzt die Chance zu gewinnen! Schick uns einfach dein Lieblingsrezept an [email protected], idealerweise mit Bild des Gerichts! Ob Vorspeise, Hauptspeise oder Nachspeise spielt dabei keine Rolle – nur Kaffee muss unter den Zutaten sein! Mehr Infos gibt’s hier.